iPhone
Um auch Referenzen zu schaffen, zu üben und zu testen, haben wir uns den Luxus einer eigenen iPhone-App gegönnt. An der Entwicklung unserer letzten App "spreegreetz" wollen wir den Prozess der App-Macherei mal erklären. Wir versuchen's!
Es gibt einiges an Entwicklungsstufen für so eine App, die nicht immer in chronologischer Reihenfolge abgearbeitet werden können. Das gehört aber dazu. Und wenn man in Schritt 8 merkt, dass Schritt 4 doch hässlich war, geht man halt zurück und fängt von vorne an...

Die Idee muss passen. Wenn wir über Apps nachdenken, dann stellen sich einige zentrale Fragen. Was passt zur eigenen Marke? Wie erreiche ich meine Kunden? Welche Mehrwerte (Nutzen, Freude, Spiele) kann man den Kunden bieten? Sind Produkte Teil der App? Ist die App das Produkt? Was gibt's noch nicht? Welche Antworten man auch finden kann, die Strategie muss auf die Kunden individuell zugeschneidert werden.
Ist die Anwendungsidee der App im Konzept definiert, dann beginnt das Interaktions-Design. Simplicity, Schnelligkeit, Klarheit und selbsterklärende Nutzungsszenarien sind die wichtigsten Regeln, nach denen wir Interaktions-Design entwickeln.
Die Marke gibt vieles vor, Logo, Farbigkeit, Typografie, Bilderwelten. Aber die kleinen Bildschirme erfordern ein anderes Denken als z.B. klassisches Webdesign. Dann stellt sich die Frage, ob man sich an die Interface-Design-Vorgaben stark an Apple anlehnt, oder ob man mehr eine eher "individuelle" Lösung schaffen möchte. Man wägt ab, zwischen dem, was User bereits gelernt haben und gewohnt sind und dem, wie man neu und kreativ App-Design machen kann.
Die Programmierung ist der komplexeste Teil, denn nun muss Wahrheit und Wirklichkeit mit den Erwartungen aus dem Konzept, dem Interaktions- und Interface-Design zusammen gebracht werden. Nun ist auch klar, ob man eine Planung mit oder ohne Entwicklerteam gemacht hat. Die frühzeitige Einbindung des Chefentwicklers erleichtert die Planung der App, so dass sie umsetzbar bleibt (im Zeit- und auch Kostenrahmen). Vielfach geht eine App aber auch nochmals durch kleinere Re-Design-Zyklen, denn neue Ideen und zusätzliche Anforderungen entstehen erst während die ersten Prototypen der App schon getestet werden.
Die Tools für die Programmierung sind vielfältig und dabei steht Apple's SDK (Software Development Kit) im Mittelpunkt. App-IDs, Provisioning- und Distributions-Zertifikate müssen zudem beantragt und installiert werden. Eine Art bürokratischer Hürdenlauf, der aber den riesen Vorteil mit sich bringt, dass die Apps, die in Apple's App-Store landen, optimal getestet und relativ laufsicher sind.
Die meisten Apps sind mit einem Webservice verbunden, der z.B. Userdaten, Logins und Informationen, Bilder, Videos und Daten aktuell in die App einbindet. Der Webservice wird in der Regel frühzeitig konzipiert und ist (manchmal ein großer) Teil der App Programmierung.
Die App scheint fertig zu sein, wenn die Prototypen erfolgreich auf den iPhones von Freunden getestet wurde. Aber nicht so schnell: Fertig ist sie erst, wenn Sie im App-Store akzeptiert wurde. Die App-Store-AGBs-Lesen hilft, Apps so zu konzipieren, dass sie grundsätzlich mit Apple's durchaus strengen Regeln kompatibel sind. Und technisch muss die App sowieso gut gebaut sein, sonst hat sie keine Chance, im App-Store vertrieben zu werden.
Das erste, was wir machen, wenn wir eine App im App-Store veröffentlicht haben, wir sagen es all unseren Freunden vom spreeatelier. Social-Media-Marketing ist ein kostengünstiger und guter Weg, Apps zu promoten. Werbung für App mach man mit Kundenmailings, Werbung auf der eigenen Website, etc. Aber man muss sich darauf einstellen, dass Apps bei den Usern auch Probleme hervorrufen, also man sollte sich frühzeitig auf Support einstellen. Der Betrieb der App kann und wird zu einem gewissen Aufwand führen!
Eine App ist zwar im App-Store, aber ist sie fertig? Man hatte während der Entwicklung der v1.0 vielleicht schon weitere Ideen und Ziele, die man zurück gehalten hat, um der ersten Version zu einer kürzeren Entwicklungszeit zu verhelfen. Aber die Weiterentwicklung der App muss fast immer erfolgen, allein schon wegen neuer Versionen des iOS (Apple's mobiles Betriebssystem für iPhones und iPods/iPads) und für neue Hardware, z.B. das in der Pipeline stehende iPhone 5.
Wir entwicklen für das iPhone (und natürlich auch für andere mobile Plattformen) Interaktions-Szenarien und designen herausragende Interfaces.
